Gefühlsregulation: Wie du mit Emotionen gesund umgehst 

Paartherapie Sara Frank Luzern und Zug

Blog-Beitrag vom 24. April 2025. Sara Frank. 

Praxisgemeinschaft Frank | Paartherapie & Sexualtherapie Luzern & Zug



Gefühlsregulation ist eine Schlüsselfähigkeit, um mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen und ein gesundes psychisches Wohlbefinden zu bewahren. Jeder von uns erlebt eine Vielzahl von Emotionen, und manchmal können diese überwältigend sein. Doch die gute Nachricht ist: Du kannst lernen, deine Gefühle besser zu verstehen und bewusst damit umzugehen. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du deine emotionale Balance stärken kannst, basierend auf den Erkenntnissen aus der Psychologie.

 

1. Achtsamkeit: Deine Gefühle wahrnehmen, ohne zu urteilen

Achtsamkeit ist ein kraftvolles Werkzeug, um den Umgang mit Emotionen zu verbessern. Indem du lernst, deine Gefühle zu beobachten, ohne sie sofort zu bewerten, schaffst du Raum für bewusste Entscheidungen. Studien zeigen, dass Achtsamkeitsübungen wie Meditation oder Atemtechniken helfen können, emotionale Reaktionen zu regulieren und Stress zu reduzieren. Probiere aus, regelmässig innezuhalten und dich zu fragen: „Was fühle ich gerade, und warum?“ – allein diese Reflexion kann dir helfen, besser mit schwierigen Emotionen umzugehen.

 

2. Akzeptanz: Raum für alle Gefühle schaffen

Ein wichtiger Schritt in der Gefühlsregulation ist die Akzeptanz deiner Emotionen. Das bedeutet, dass du auch unangenehme Gefühle wie Trauer, Wut oder Angst anerkennst, anstatt sie zu unterdrücken. Forschungen zeigen, dass die Unterdrückung von Emotionen oft zu mehr Stress und psychischen Belastungen führt. Stattdessen kannst du lernen, schwierige Gefühle als einen Teil des Lebens zu betrachten, der kommt und geht. Diese Haltung der Akzeptanz hilft dir, einen gesunden Umgang mit deinen Emotionen zu entwickeln.

 

3. Positive Strategien: Deine Emotionen lenken

Gefühlsregulation bedeutet nicht, Emotionen zu vermeiden, sondern sie auf konstruktive Weise zu lenken. Hier können Strategien wie Reframing helfen, also das bewusste Umdeuten einer Situation. Wenn du z. B. bei einer herausfordernden Aufgabe denkst: „Das schaffe ich nie“, kannst du dich stattdessen fragen: „Was kann ich daraus lernen?“. Eine weitere effektive Methode ist, dich bewusst auf positive Erlebnisse zu konzentrieren – sei es ein Spaziergang in der Natur oder Zeit mit geliebten Menschen. Solche Strategien können dein emotionales Wohlbefinden stärken und dich resilienter machen.

 

Gefühlsregulation ist eine Reise, die Geduld und Übung erfordert. Indem du Achtsamkeit, Akzeptanz und positive Strategien in deinen Alltag integrierst, kannst du lernen, besser mit deinen Emotionen umzugehen und eine innere Balance zu finden. Erlaube dir, dabei auch kleine Fortschritte zu feiern – denn jede bewusste Entscheidung zählt.

 

Quellen:

  • Hölzel, B. K., Lazar, S. W., Gard, T., et al. (2011). How Does Mindfulness Meditation Work? Proposing Mechanisms of Action From a Conceptual and Neural Perspective. Perspectives on Psychological Science.
  • Gross, J. J., & John, O. P. (2003). Individual Differences in Two Emotion Regulation Processes: Implications for Affect, Relationships, and Well-Being. Journal of Personality and Social Psychology.
  • Fredrickson, B. L. (2001). The Role of Positive Emotions in Positive Psychology: The Broaden-and-Build Theory of Positive Emotions. American Psychologist.

Sexuelle Unlust: Ursachen verstehen und neue Wege finden 

Paartherapie Luzern und Zug Sara Frank

Blog-Beitrag vom 15. März 2025. Sara Frank. 

Praxisgemeinschaft Frank | Paartherapie & Sexualtherapie Luzern & Zug


Sexuelle Unlust ist ein Thema, das viele Paare betrifft, aber oft im Verborgenen bleibt. Dabei kann eine abnehmende Lust auf Sexualität unterschiedliche Ursachen haben, die von Stress und Alltagsbelastungen bis hin zu hormonellen oder psychischen Faktoren reichen. In diesem Beitrag möchte ich dir zeigen, wie du mit sexueller Unlust umgehen und eure Intimität wieder aufleben lassen kannst.

 

1. Ursachen erkennen: Was steckt hinter der Unlust?

Der erste Schritt im Umgang mit sexueller Unlust ist, die möglichen Ursachen zu identifizieren. Studien zeigen, dass Stress, Überarbeitung und Konflikte in der Partnerschaft häufige Auslöser sind. Aber auch hormonelle Veränderungen, wie sie z. B. nach einer Geburt oder in den Wechseljahren auftreten, können eine Rolle spielen. Sich Zeit zu nehmen, um gemeinsam oder mit professioneller Hilfe über die Hintergründe zu sprechen, kann helfen, das Problem besser zu verstehen und Lösungen zu finden.


2. Kommunikation als Schlüssel zur Intimität

Offene Gespräche über sexuelle Bedürfnisse und Erwartungen sind essenziell, um Unlust zu überwinden. Forschungen zeigen, dass Paare, die offen über ihre Sexualität sprechen, eine stärkere emotionale Bindung und eine höhere Zufriedenheit in ihrer Beziehung erleben. Setzt euch gemeinsam hin und teilt eure Gefühle und Gedanken, ohne Vorwürfe zu machen. Solche Gespräche schaffen Vertrauen und können helfen, neue Ansätze für eure Intimität zu finden.


3. Neue Wege ausprobieren: Lust neu entdecken

Manchmal hilft es, alte Muster zu durchbrechen und Neues auszuprobieren. Das können gemeinsame Unternehmungen sein, die eure emotionale Verbindung stärken, oder auch neue Wege in eurer Sexualität. Forscher haben herausgefunden, dass gemeinsame Abenteuer und Abwechslung das sexuelle Verlangen steigern können. Probiert aus, was euch beiden Freude macht, und geht dabei spielerisch und ohne Druck vor.

 

Sexuelle Unlust ist kein Grund zur Verzweiflung, sondern eine Einladung, eure Beziehung bewusster zu gestalten und neue Wege der Intimität zu entdecken. Mit Verständnis, Kommunikation und Experimentierfreude könnt ihr gemeinsam die Basis für eine erfüllende Sexualität schaffen.

 

Quellen:

  • Lehmiller, J. J. (2018). Tell Me What You Want: The Science of Sexual Desire and How It Can Help You Improve Your Sex Life. Da Capo Lifelong Books.
  • Muise, A., Impett, E. A., Kogan, A., & Desmarais, S. (2018). Keeping the spark alive: Being motivated to meet a partner’s sexual needs sustains sexual desire in long-term romantic relationships. Social Psychological and Personality Science.

Schutzfaktoren für psychisches Wohlbefinden: Fundierte Strategien 

Paartherapie Sara Frank Luzern und Zug

Blog-Beitrag vom 10. Februar 2025. Sara Frank. 

Praxisgemeinschaft Frank | Paartherapie & Sexualtherapie Luzern & Zug



Psychisches Wohlbefinden ist keine Selbstverständlichkeit – es ist etwas, das aktiv gepflegt werden muss. Gerade in einer Welt, die uns immer wieder vor neue Herausforderungen stellt, gibt es jedoch Schutzfaktoren, die uns widerstandsfähiger machen und unsere mentale Gesundheit stärken können. In diesem Beitrag möchte ich dir einige dieser Schutzfaktoren vorstellen, die durch Studien unterstützt werden.

 

1. Soziale Verbindungen als Stütze

Eine der wichtigsten Grundlagen für unser psychisches Wohlbefinden sind stabile soziale Beziehungen. Studien zeigen, dass Menschen, die enge und vertrauensvolle Verbindungen pflegen, weniger anfällig für Depressionen und Angstzustände sind. Dabei geht es nicht unbedingt um die Anzahl der Beziehungen, sondern um ihre Qualität. Nimm dir bewusst Zeit für deine Freundschaften und Familie, denn das Gefühl, verstanden und unterstützt zu werden, wirkt wie ein Puffer gegen Stress.

 

2. Resilienz durch Achtsamkeit und Selbstfürsorge

Achtsamkeit – also die bewusste Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments – hat sich als starker Schutzfaktor erwiesen. Praktiken wie Meditation, Yoga oder Atemübungen können dazu beitragen, die emotionale Resilienz zu steigern und Stress abzubauen. Auch Selbstfürsorge ist entscheidend: Das bedeutet, dass du deine eigenen Bedürfnisse ernst nimmst und aktiv darauf achtest, dich in schwierigen Zeiten zu stärken. Kleine Rituale wie ein Spaziergang, ein gutes Buch oder bewusstes Entspannen können hier schon viel bewirken.

 

3. Bewegung und gesunde Routinen

Regelmässige Bewegung ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch ein echter Boost für die Psyche. Studien belegen, dass schon moderate Bewegung wie Spazierengehen oder Radfahren das Risiko für depressive Symptome signifikant senken kann. Kombiniere das mit gesunden Routinen wie ausreichend Schlaf, einer ausgewogenen Ernährung (Buchempfehlung: Der Ernährungskompass) und bewussten Pausen – diese Gewohnheiten schaffen eine solide Grundlage für dein Wohlbefinden.

 

Psychisches Wohlbefinden ist ein Zusammenspiel aus vielen Faktoren. Indem du gezielt an deinen sozialen Beziehungen, deiner Selbstfürsorge und deinen Alltagsgewohnheiten arbeitest, kannst du viel für deine mentale Gesundheit tun. Die Wissenschaft zeigt uns, dass es oft die kleinen Dinge sind, die einen grossen Unterschied machen. Nimm dir Zeit für dich und schaffe dir eine Umgebung, in der du aufblühen kannst.

 

Quellen:

  • Holt-Lunstad, J., Smith, T. B., & Layton, J. B. (2010). Social relationships and mortality risk: A meta-analytic review. PLoS Medicine.
  • Goyal, M., Singh, S., Sibinga, E. M. S., et al. (2014). Meditation programs for psychological stress and well-being: A systematic review and meta-analysis. JAMA Internal Medicine.
  • Schuch, F. B., Vancampfort, D., Firth, J., et al. (2018). Physical activity and incident depression: A meta-analysis of prospective cohort studies. American Journal of Psychiatry.

 

ADHS in Paarbeziehungen: Herausforderungen und Chancen 

Paartherapie Luzern und Zug Sara Frank

Blog-Beitrag vom 17.01.2025. Sara Frank. 

Praxisgemeinschaft Frank | Paartherapie & Sexualtherapie Luzern & Zug



Eine Beziehung zu führen, in der eine oder beide Personen von einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) betroffen sind, kann besondere Herausforderungen mit sich bringen. Gleichzeitig bietet sie die Chance, durch gegenseitiges Verständnis und Zusammenarbeit eine noch tiefere Verbindung aufzubauen. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du ADHS in einer Paarbeziehung besser verstehen und konstruktiv damit umgehen kannst.

 

1. Das Verständnis für ADHS entwickeln

ADHS kann sich in einer Beziehung auf viele Arten zeigen, z. B. durch Vergesslichkeit, Impulsivität oder Schwierigkeiten, sich auf Gespräche zu konzentrieren. Studien zeigen, dass ein tieferes Verständnis für die Symptome von ADHS dazu beiträgt, Konflikte zu reduzieren und die Beziehung zu stärken. Informiere dich über die Auswirkungen von ADHS und sprich mit deinem Partner darüber, wie sich die Störung auf euren Alltag auswirkt. Gemeinsames Wissen kann helfen, Missverständnisse zu vermeiden und Empathie zu fördern. Ich empfehle für die Wissensvermittlung die Infostelle ADHS20plus.

 

2. Kommunikation und Struktur als Schlüssel

Offene und klare Kommunikation ist in jeder Beziehung wichtig, aber bei ADHS hat sie eine besondere Bedeutung. ADHS-bedingte Vergesslichkeit oder Ablenkbarkeit kann dazu führen, dass Absprachen verloren gehen. Setzt euch regelmässig zusammen, um eure Bedürfnisse und Erwartungen zu besprechen. Gleichzeitig können Strukturen wie gemeinsame Kalender oder Erinnerungen dabei helfen, den Alltag zu organisieren. Forschungen zeigen, dass Paare, die solche Hilfsmittel nutzen, seltener Konflikte erleben und sich gegenseitig besser unterstützen).

 

3. Stärken erkennen und wertschätzen

Menschen mit ADHS bringen oft einzigartige Stärken in eine Beziehung ein, wie Kreativität, Spontaneität und Enthusiasmus. Diese positiven Aspekte können die Partnerschaft bereichern, wenn sie bewusst anerkannt und geschätzt werden. Fokussiere dich auf die Stärken deines Partners und betone, wie sie eure Beziehung positiv beeinflussen. Forschungen legen nahe, dass Wertschätzung und Bestärkung eine wichtige Rolle für die Beziehungszufriedenheit spielen, insbesondere in Paaren mit ADHS (Asherson et al., 2016).

 

ADHS in einer Paarbeziehung erfordert Geduld, Kommunikation und die Bereitschaft, gemeinsam an Herausforderungen zu arbeiten. Indem ihr ein Verständnis füreinander entwickelt, Strukturen schafft und die Stärken des anderen wertschätzt, könnt ihr eure Beziehung nicht nur stabilisieren, sondern auch bereichern. Es ist ein gemeinsamer Weg, der mit Offenheit und Engagement grosse Chancen bietet.

 

Quellen:

  • Barkley, R. A. (2015). Attention-Deficit Hyperactivity Disorder: A Handbook for Diagnosis and Treatment. Guilford Publications.
  • Weiss, M. D., & Safren, S. A. (2020). ADHD in Adults: A Practical Guide to Evaluation and Management. Springer.
  • Asherson, P., Buitelaar, J., Faraone, S. V., & Rohde, L. A. (2016). Adult attention-deficit hyperactivity disorder: Key conceptual issues. The Lancet Psychiatry.

Das Einplanen von Sexualität im Alltag:

Wie du Raum für Intimität schaffst

Paartherapie Luzern und Zug Sara Frank

Blog-Beitrag vom 15. Dezember 2024. Sara Frank. 

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In einer Welt, die oft von Terminen und To-do-Listen dominiert wird, bleibt die Sexualität in Beziehungen häufig auf der Strecke. Dabei ist Intimität ein essenzieller Bestandteil einer gesunden Partnerschaft. Das bewusste Einplanen von Sexualität mag auf den ersten Blick unromantisch wirken, kann jedoch helfen, die Verbindung zwischen dir und deinem Partner zu vertiefen. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Intimität bewusst in euren Alltag integrieren kannst, ohne dass dabei der Spass und die Spontanität verloren gehen.

 

1. Intimität als Priorität: Warum Planung wichtig ist

Viele Paare erleben, dass der Alltag die Intimität verdrängt. Studien zeigen, dass bewusste Zeitfenster für Zweisamkeit die Zufriedenheit in Beziehungen deutlich steigern können. Plane gezielt Zeit ein, um mit deinem Partner intim zu sein – das sind keine Sex Dates, sondern bewusste Zeitfenster für Intimität, in denen alles darf und nichts muss. Diese Zeitfenster können romantische Abende, aber auch kleine Momente der Nähe im Alltag sein. Indem du Intimität eine Priorität gibst, vermittelst du deinem Partner, dass eure Beziehung trotz Alltagsstress an erster Stelle steht.

 

2. Kommunikation: Was ihr wirklich wollt

Offene Gespräche über Bedürfnisse und Wünsche sind ein Schlüssel zu einer erfüllten Sexualität. Forschungen belegen, dass Paare, die offen über ihre sexuellen Erwartungen sprechen, nicht nur zufriedener, sondern auch emotional verbundener sind. Frage deine:n Partner:in, was ihm/ihr wichtig ist, und teile auch deine eigenen Vorstellungen. Regelmässige Gespräche helfen euch, Missverständnisse zu vermeiden und gemeinsam neue Wege der Intimität zu entdecken. Schau auch bei den Downloads auf meiner Website vorbei, da findest du Inputs für Gespräche über eure Sexualität.

 

3. Rituale schaffen: Intimität im Alltag verankern

Rituale können dabei helfen, Sexualität natürlich in euren Alltag zu integrieren. Ob ein fester Abend in der Woche, an dem ihr euch Zeit füreinander nehmt, oder kleine Gesten wie liebevolle Berührungen und Küsse zwischendurch – solche Routinen schaffen Vertrautheit und machen es leichter, die Verbindung aufrechtzuerhalten. Forschungen legen nahe, dass Rituale dazu beitragen können, Stress abzubauen und die emotionale sowie physische Nähe zu fördern.

 

Das Einplanen von Sexualität mag ungewöhnlich erscheinen, aber es kann euch helfen, eure Beziehung bewusster zu leben und die Intimität aufrechtzuerhalten. Mit klarer Kommunikation, gemeinsamen Ritualen und der Bereitschaft, euch Zeit für einander zu nehmen, könnt ihr auch in einem hektischen Alltag Raum für Nähe schaffen.

 

Quellen:

  • Muise, A., Schimmack, U., & Impett, E. A. (2015). Sexual frequency predicts greater well-being, but more is not always better. Social Psychological and Personality Science.
  • Mark, K. P., Herbenick, D., Fortenberry, J. D., Sanders, S. A., & Reece, M. (2014). The object of sexual desire: Examining the "what" in "what do you desire?". Journal of Sexual Medicine.

Unerfüllter Kinderwunsch:

Wege, mit einer schwierigen Situation umzugehen

Blog-Beitrag vom 14. November 2024. Sara Frank. 

Praxisgemeinschaft Frank | Paartherapie & Sexualtherapie Luzern & Zug



Ein unerfüllter Kinderwunsch kann für viele Paare zu einer grossen emotionalen Belastung werden. Die Gefühle von Trauer, Frustration und manchmal auch Scham sind in dieser Situation keine Seltenheit. Doch es gibt Wege, um mit diesem schwierigen Thema umzugehen und die psychische Gesundheit zu stärken. In diesem Blog-Beitrag gebe ich dir Tipps, wie du diese Herausforderung meistern kannst, und stelle Strategien vor, die von Experten und Studien empfohlen werden.

 

1. Offene Kommunikation und gegenseitige Unterstützung

Eine der wichtigsten Strategien im Umgang mit einem unerfüllten Kinderwunsch ist eine offene und ehrliche Kommunikation innerhalb der Partnerschaft. Studien zeigen, dass Paare, die ihre Gefühle und Sorgen miteinander teilen, besser mit der Situation umgehen können. Es kann hilfreich sein, über Ängste, Erwartungen und Enttäuschungen zu sprechen und sich gegenseitig zuzuhören, ohne zu urteilen. Dabei ist es auch wichtig, sich gegenseitig Raum für individuelle Trauerprozesse zu geben und gleichzeitig als Team zusammenzuhalten.

 

2. Professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen

Psychologische Beratung oder Paartherapie kann eine wertvolle Unterstützung sein, um die emotionale Belastung zu bewältigen. Laut Forschung hat Stress keinen negativen Einfluss auf die Fertilität, jedoch kann sie einen negativen Einfluss auf das psychische Wohlbefinden und die Partnerschaft haben. Die professionelle Unterstützung zielt nicht darauf ab, den Kinderwunsch auszureden. Sie unterstützt dich vielmehr dabei, neue Lebensperspektiven und Handlungsweisen zu entwickeln, deine Partnerschaft zu stärken und einen für dich passenden und konstruktiven Umgang mit dem Kinderwunsch zu erarbeiten.

 

3. Fokus auf Selbstfürsorge und alternative Perspektiven

Selbstfürsorge ist ein entscheidender Faktor, um die psychische Gesundheit zu stärken. Dazu gehört, sich Zeit für Entspannung, Hobbys und soziale Kontakte zu nehmen. Bewegung, Achtsamkeitsübungen und Meditation können Stress reduzieren und das emotionale Gleichgewicht fördern. Gleichzeitig kann es hilfreich sein, sich alternative Lebensperspektiven zu überlegen. Ob Adoption, Pflegekindschaft oder ein Leben ohne Kinder – ein Plan B hilft mit der Ungewissheit umzugehen und kann dann in Betracht bezogen werden, wenn Plan A nicht aufgeht.

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist eine tiefgreifende Herausforderung, doch es gibt Wege, mit dieser Situation umzugehen. Indem du die Verbindung zu deinem Partner stärkst, professionelle Unterstützung suchst und dich um dein eigenes Wohlbefinden kümmerst, kannst du diese schwierige Zeit bewältigen. Denke daran: Du bist nicht allein, und es gibt viele Ressourcen, die dir helfen können.

 

Quellen:

  • Gameiro, S., Boivin, J., & Domar, A. (2018). Emotional adjustment and infertility: Strategies and future directions. Fertility and Sterility.
  • Hammarberg, K., Fisher, J. R. W., & Wynter, K. H. (2014). Psychological and social aspects of infertility in men and women: A review of the literature. International Journal of Reproductive Medicine.

Die neusten Erkenntnisse in der EFT-Paartherapie:

Bindung als Schlüssel zur Heilung

Blog-Beitrag vom 12. Oktober 2024. Sara Frank. 

Praxisgemeinschaft Frank | Paartherapie & Sexualtherapie Luzern & Zug



In einer Welt, in der Beziehungen immer komplexer und oft herausfordernder werden, bietet die Emotionsfokussierte Therapie (EFT) Paaren einen klaren und wissenschaftlich fundierten Weg zu einer tieferen Bindung und besseren Kommunikation. EFT, entwickelt von Dr. Sue Johnson, hat sich in den letzten Jahren nicht nur etabliert, sondern auch weiterentwickelt. Die neuesten Studien und Erkenntnisse belegen, wie effektiv dieser Ansatz ist, insbesondere in der Arbeit mit Paaren, die mit langfristigen Konflikten, emotionaler Distanz oder Verletzungen zu kämpfen haben. In diesem Blog-Beitrag werfe ich einen Blick auf die aktuellsten Fortschritte in der EFT-Paartherapie.
 

1. Die zentrale Rolle der Bindungstheorie wird weiter gestärkt

Neue Forschungen unterstreichen, wie wichtig die Bindungstheorie für das Verständnis und die Behandlung von Beziehungsproblemen ist. EFT basiert auf der Erkenntnis, dass emotionale Sicherheit und das Gefühl von Zugehörigkeit grundlegende menschliche Bedürfnisse sind. Studien zeigen, dass Paare, die durch EFT eine sichere Bindung entwickeln, nicht nur ihre Beziehung verbessern, sondern auch individuelle psychische Herausforderungen wie Angst und Depression lindern können. Die Arbeit an der Bindungsebene eröffnet damit nicht nur neue Möglichkeiten für Paare, sondern auch für Therapeuten, die systemische und tiefgreifende Veränderungen bewirken möchten.

2. Die Wirksamkeit bei Traumata und kulturellen Unterschieden

Ein weiteres spannendes Feld in der EFT-Forschung ist die Anwendung bei Paaren, die durch traumatische Erlebnisse oder kulturelle Unterschiede belastet sind. Neue Studien zeigen, dass EFT speziell für Paare mit solchen Herausforderungen äusserst wirksam ist. Der Fokus auf emotionale Sicherheit und das Schaffen eines "sicheren Hafens" ermöglicht es, auch schwierige Themen wie Vertrauensbruch, Migrationserfahrungen oder interkulturelle Missverständnisse erfolgreich anzugehen. Dies macht EFT zu einem besonders flexiblen und universellen Ansatz, der sich an die individuellen Bedürfnisse jedes Paares anpassen lässt.

3. Integration von Neurowissenschaften in die EFT-Praxis 

Die Neurowissenschaften liefern zunehmend Beweise dafür, wie sich emotionale Bindungen auf das Gehirn auswirken. EFT-Therapeuten nutzen diese Erkenntnisse, um ihre Methoden weiter zu verfeinern. Forschungen zeigen, dass das Erleben von emotionaler Sicherheit und Bindung neurobiologische Prozesse im Gehirn beeinflusst, die Stress reduzieren und das Wohlbefinden steigern. In der Praxis bedeutet dies, dass EFT nicht nur auf einer psychologischen, sondern auch auf einer biologischen Ebene wirkt. Dies stärkt die Position von EFT als eine der wirkungsvollsten Methoden zur Paartherapie und ermöglicht es, die Therapie noch gezielter und nachhaltiger zu gestalten. 

EFT bleibt ein dynamisches und wachsendes Feld, das Paaren hilft, emotionale Verletzungen zu überwinden und tiefere Verbindungen zu schaffen. Mit den neuesten Erkenntnissen und Entwicklungen ist EFT besser denn je darauf vorbereitet, Paaren in einer komplexen Welt Orientierung und Hoffnung zu geben. 


Quellen: 

  • Lebow, J., & Snyder, D. K. (2022). Couple therapy in the 2020s: Current status and emerging developments. Family Institute of Northwestern, Northwestern University, Evanston, Illinois, USA; Department of Psychological and Brain Sciences, Texas A&M University, College Station 
  • Stephen V. Flynn, William B. McKibben, Ben T. Willis, The Development and Validation of the Emotionally Focused Therapy Skills Rubric, The Family Journal, 10.1177/10664807241257482, 32, 4, (531-540), (2024) 
  • Anabelle Bugatti, Scott R. Woolley, Competing Attachment in Romantic Relationships, Journal of Couple & Relationship Therapy, 10.1080/15332691.2024.2310121, 23, 3, (194-212), (2024).